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Stimmstörungen

„Wenn man die Stimme eines Menschen hört, so weiß man die Beschaffenheit seiner Seelenkraft.“
(Dshou, chinesischer Sprechlehrer und Philosoph)

Stimme – Spiegel unserer Seele

Die Stimme ist Ausdruck unserer Befindlichkeit, Stimme und Stimmung haben nicht von ungefähr den gleichen Wortstamm. Andere hören am Klang unserer Stimme ob wir fröhlich oder traurig, enttäuscht, begeistert oder überrascht sind, sie ist das elementare Ausdrucksmittel unserer Emotionen in der Kommunikation.  
Im Tagesablauf, in bestimmten Situationen schwankt die Qualität unserer Stimme, manchmal kratzt sie, ist belegt oder wir haben den berühmten Kloß im Hals. Was aber, wenn diese Schwierigkeiten immer wieder kehren oder andauernd vorhanden sind?

Wie entsteht Stimme?

Damit wir Töne und Laute produzieren können, ist ein kompliziertes Zusammenspiel von Zwerchfell und Zwischenrippenmuskulatur für die Atmung, Kehlkopfmuskulatur mit den Stimmlippen für die Stimmgebung und der Artikulationsmuskulatur notwendig. Der Kehlkopf ist das stimmerzeugende Organ, wenn sie etwas sagen möchten, schließen sich die Stimmlippen, jetzt kommt die Ausatemluft und bringt die Stimmlippen zum Schwingen, sie öffnen und schließen sich. Bei Männern geschieht dies ca.100-150x pro Sekunde, bei Frauen ca. 200-250x. Vergleichbar ist dieser Vorgang mit einem aufgeblasenen Luftballon, bei dem man das Öffnungsstück lang zieht und wieder etwas locker lässt und damit quietschende Geräusche produziert.

Symptome

Bei einer Stimmstörung ist die Leistungsfähigkeit der Stimme vorübergehend oder dauerhaft eingeschränkt, der natürliche Klang ist verändert, sie kann sich rau, heiser, kratzig, resonanzarm, verhaucht anhören bis hin zur gänzlichen Tonlosigkeit.
Betroffene äußern oft ein Globusgefühl - den Kloß - im Hals, müssen sich sehr häufig räuspern, haben vermehrte Schleimbildung. Die Stimme ermüdet vorzeitig, das Sprechen fällt schwer, die Luft wird knapp beim Reden. Sie sprechen in der falschen Tonlage oder in einer unangepassten Lautstärke.

Funktionelle Stimmstörungen

Stimmstörungen infolge eines ungünstigen/falschen Gebrauches der an der Stimmgebung beteiligten Muskelgruppen. Es sind keine organischen Veränderungen am Kehlkopf feststellbar. 

Ursachen hierfür können sein:

  • eine anlagebedingte Schwäche der Stimmorgane
  • falsche Stimm- uns Sprechgewohnheiten
  • Überlastung der Stimme durch übermäßigen und falschen Stimmgebrauch
  • Psychische Belastungen, die einem wortwörtlich „die Kehle zuschnüren“
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Chronische Belastung der Schleimhaut durch z.B. Nikotin

Organische Stimmstörungen

Stimmstörungen infolge von organischen Veränderungen im Kehlkopf.

Ursachen hierfür können sein:

  • in Folge fortdauernder Fehlbelastung bzw. stimmlicher Überbelastung (Knötchen, Polypen)
  • Stimmbandlähmungen nach Schilddrüsenoperation
  • bei Kehlkopftumoren
  • Verletzungen des Kehlkopfes (Gewalteinwirkung, Intubationsschaden)

Jede Heiserkeit über 3 Wochen sollte HNO-ärztlich abgeklärt werden!

Wenn nötig wird der HNO-Arzt eine logopädische Therapie empfehlen. Dort wird eine ausführliche Diagnostik und Anamnese durchgeführt, um Ursachen und falsche Stimmgebrauchsmuster ausfindig zumachen.

Die Behandlungsschwerpunkte der Therapie richten sich nach dem individuellen Störungsbild und den Voraussetzungen des einzelnen Patienten.

Mögliche Therapieinhalte:

  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Lockerungs- und Entspannungsübungen zur Regulierung der Körperspannung
  • Arbeit an der Körperhaltung
  • Erarbeitung einer physiologischen Atmung
  • versch. Übungen zur Stimmprodunktion, -kräftigung, zur Resonanz
  • Verbesserung der Artikulation

Ziel einer Stimmtherapie ist ein ökonomischer Sprechen, d.h. mit geringem Kraftaufwand ein ausreichendes Ausdrucksvermögen und eine tragende Stimme zu erreichen.

Pflege der Stimme

  • viel trinken
  • ca. 2 Liter Wasser (Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol schaden der Stimme auf Dauer)
  • die richtige Atmentechnik - die sogenannte Bauchatmung, Zwerchfelltiefatmung
  • gesunde Lebensführung
  • eine aufrechte Körperhaltung
  • eine physiologische Stimmgebung
  • Korrekte Artikulation
  • Stimmruhe nach Überlastung
  • Gurgeln oder Inhalieren mit Salbei- oder Eibischtee nur bei Erkältungen, Rachen und Kehlkopfentzündungen (Kamille hat eine austrocknende Wirkung!)
  • Lutschen von Salzpastillen nur zur vorübergehenden Stimmpflege (die dauerhafte Anwendung von Lutschtabletten kann zu Mundtrockenheit und        Schleimhautreizungen führen!)

Vermeiden Sie:

  • zu hohes/zu tiefes Sprechen
  • Zu lautes Sprechen (z.B. in extrem lauter Umgebung)
  • Zu leises, verhauchtes Sprechen
  • Flüstern als Stimmschonung
  • Räuspern
  • Kalte, trockene, staubige, verrauchte Luft
  • Nachlässige oder übertriebene Aussprache