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Laryngektomie

Was ist Laryngektomie?

Wenn aufgrund eines Tumors im Kehlkopfbereich der Kehlkopf vollständig entfernt werden muss, geht nicht nur die Stimme verloren, auch der Atemweg verläuft nicht wie gewohnt durch die Nase bzw. den Mund, sondern endet am unteren Halsbereich.

Dies bedeutet einen großen Einschnitt in das bisher geführte Leben. Denn der Patient trägt ab sofort eine Trachealkanüle, mit deren Hilfe er atmen kann. Es gibt für unterschiedliche Zwecke verschiedene Arten von Trachealkanülen, alle aber sitzen in der Luftröhre und enden am unteren Halsbereich.

Der Kehlkopf erfüllt allerdings nicht nur die Atemfunktion, sondern auch die Stimmfunktion. Das bedeutet, dass der Patient auch keine Stimme mehr besitzt. Die Möglichkeiten der neuen Stimmbildung ohne Kehlkopf sind das Einsetzen einer Stimmprothese, die Ruktusstimme und der Elektrolarynx (im Folgenden näher erläutert).

Stimmprothese

In Verbindung mit der Trachealkanüle kann eine Stimmprothese eingesetzt werden. Dies stellt eine Verbindung zwischen Luftröhre und Speiseröhre dar, wodurch die Ausatemluft in die Speiseröhre umgeleitet wird. In der Speiseröhre befinden sich am oberen Ende kleine Hautlappen, welche durch die Ausatemluft zum Schwingen gebracht werden können. Dadurch kann eine Stimme gebildet werden, womit der Patient sprechen kann.

Ruktus-Stimme

Bei dieser Art der Stimmbildung besteht keine Verbindung zwischen Luft- und Speiseröhre. Die Luft, die benötigt wird, um die Hautlappen am oberen Ende der Speiseröhre zum Schwingen zu bringen, schluckt der Patient. Durch das anschließende wieder Hervorbringen der Luft können Wörter gesprochen werden. Der Vorteil bei dieser Methode liegt darin, dass man keine Hilfsmittel braucht, um Sprechen zu können. Dadurch sind auch keine Kontrollen durch den Arzt notwendig. Diese Art der Stimmbildung benötigt allerdings Zeit um sie zu erlernen.

Elektrolarynx

Der Elektrolarynx kann sofort nach der Operation eingesetzt werden. Das Gerät wird an die weichen Teile am Unterkiefer gehalten. Das Gerät sendet Vibrationen aus, wodurch die Luftteilchen im Mundraum in Schwingung versetzt werden. Der Patient formt die Zunge und die Lippen so aus, wie er es gewohnt ist, dadurch werden die Laute erzeugt.

Der Alltag des Patienten muss neu strukturiert werden. Duschen oder Baden ist nur noch mit speziellen Hilfen möglich. Die Trachealkanüle muss verschlossen werden, sodass kein Wasser eindringen kann, der Patient aber trotzdem Luft bekommt. Auch das Riechen ist nicht mehr möglich, da keine Luft mehr durch die Nase aufgenommen wird. Der Geruch spielt allerdings auch beim Geschmack eine große Rolle, dadurch verändert sich auch das Essen.

Vor jeder Operation steht den Patienten ein Team aus Anästhesisten, Chirurgen, Logopäden zur Seite und klärt über die Folgen des Eingriffes sowie Möglichkeiten nach der Operation auf. Manchmal besteht auch vor der Operation Kontakt zu einem Mitglied der Selbsthilfegruppe für Laryngektomierte, mit denen man über Alltagsprobleme und Hilfen sprechen kann.

Im Anschluss an die Operation erfolgt sofort eine logopädische Betreuung, worin der Patient den Umgang mit Trachealkanülen sowie deren Pflege erlernt. Auch das Stimmtraining wird so schnell wie möglich angeschlossen, sodass der Patient seine neue Stimme so bald wie möglich einsetzen kann. In der späteren Therapie werden Veränderungen im Alltag behandelt, z.B. eine neue Möglichkeit des Riechens.